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Das Silicon Valley der Agrarwirtschaft – Im Interview mit dem Magazin f3

Autorin: Anja Niehoff

Das Magazin f3 stellt intelligente Innovationen aus den Themenfeldern Agrar, Food, Forst und Energie vor und möchte dazu inspirieren, Landwirtschaft modern weiterzudenken. Eva Piepenbrock gewährt uns stellvertretend für die ganze Redaktion Einblick in deren Innovationsalltag und spricht mit uns über die neue Kooperation von f3 und der innovate!

Kleines Team mit großen Ideen - Die f3-Redaktion: Caroline Schulze Stumpenhorst (links), Matthias Schulze Steinmann (mitte) und Eva Piepenbrock (rechts)

Kleines Team mit großen Ideen – Die f3-Redaktion: Caroline Schulze Stumpenhorst (links), Matthias Schulze Steinmann (mitte) und Eva Piepenbrock (rechts)

Ein starkes Ökosystem funktioniert nur mit starken Partnern. Wir freuen uns sehr, euch in diesem Jahr als Medienpartner neu dazugewonnen zu haben. Was macht die Kooperation interessant? Z.B. für die nominierten Startups?

Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bieten schon jetzt unglaublich viele und vielfältige Innovationen und Start-ups aus der Land- und Ernährungswirtschaft. Das stellen wir jeden Tag fest, wenn sich kreative Gründer und Landwirte bei uns melden und ihre Ideen vorstellen möchten. Wir fühlen den Geschichten dann auf den Zahn und schauen, ob sie für unsere Leserschaft und das f3-Netzwerk interessant sind. Die Kooperation mit der innovate! bietet den Start-ups nun die Chance, nicht nur ihre Geschichte „an den Mann“ zu bringen, sondern sich live vor Ort der interessierten Öffentlichkeit und vielen hier ansässigen Unernehmen des Agribusiness vorzustellen. Es geht nichts über das persönliche Kennenlernen des Teams hinter einer Idee. Gerade wer auf der Suche nach Partnerschaften oder Kooperationen ist, sollte sich präsentieren. f3 und die innovate! mit ihrem „neuen“ Fokus auf Food- und Agrarthemen haben sich quasi gefunden, um die Region zum Silicon Valley der Agrarwirtschaft zu machen.

Wie helft ihr euren Lesern „Landwirtschaft modern weiterzudenken“?

Das Schöne am f3-Netzwerk ist, dass unsere Leser und Mitglieder eine wichtige Eigenschaft bereits mitbringen: Sie sind offen und neugierig, sie wollen sich weiterentwickeln und scheuen sich auch nicht, andere Wege zu gehen. Wir helfen ihnen lediglich dabei, Inspiration zu finden, die vielleicht auch etwas außerhalb des Tellerrandes liegt.

Dabei helfen uns die Gründer, deren Geschichten wir im Grunde ja „nur“ erzählen. Das „modern weiterdenken“ haben sie längst geleistet. Wir stellen diese positiven Macher und Querdenker vor und zeigen so, dass es – wenn nötig – auch andere Wege in der Landwirtschaft gibt. Wir versuchen besonders die Hofnachfolger und Junglandwirte im Blick zu haben, die oftmals für ihre Betriebe neue Standbeine oder Betriebskonzepte brauchen, weil sie z.B. keine Baugenehmigung für weiteres, klassisches Wachstum bekommen. Wir schauen also: Wie kann man das Hamsterrad der Betriebsführung mit allen bürokratischen und unternehmerischen Schwierigkeiten am Laufen halten und dennoch offen bleiben für neue Ideen und Trends?

Wichtig ist uns, dass nicht jeder Trend automatisch zu einem neuen, erfolgreichen Start-up führt. Wir versuchen die Entwicklungen zu beobachten, zu begleiten und  für unsere Mitglieder so gut es geht einzuordnen.

Welche Rolle spielt die Digitale Transformation für euch?

Geht es um die Digitalisierung der Landwirtschaft, wimmelt es in der Berichterstattung nur so von Worthülsen wie „Precision Farming“, „SmartFarming“ oder AgTech. Wir als f3 haben uns vorgenommen, zu schauen, was eigentlich genau dahinter steckt. Unserer Meinung nach steht allerdings fest, dass die Digitalisierung die Landwirtschaft verändern wird – noch nicht jetzt sofort und auch nicht alle Geschäftsmodelle. Aber wir möchten unsere Mitglieder jetzt schon mitnehmen, damit sie nicht irgendwann das Gefühl haben, die „schöne neue Welt“ nicht mehr verstehen zu können.

Die Chancen, die die Digitalisierung mitbringt, sind nämlich zu groß, als das wir sie übersehen könnten. Die Weltbevölkerung wächst, die Effizienz muss gesteigert werden. Aber die Landwirte müssen mitgenommen werden.

Dafür suchen wir uns Experten, die die Themen erklären und am praktischen Beispiel verdeutlichen. Und bei uns kommen immer wieder Ansprechpartner aus anderen alteingesessenen Branchen zu Wort, die ihre Erfahrungen mit der digitalen Transformation preisgeben.

Warum seid ihr Medienpartner der innovate! geworden? Was erhofft ihr euch von dieser Kooperation?

Wir selbst sind ja auch sowas wie ein kleines Start-up im großen Landwirtschaftsverlag in Münster. Auch wir möchten unser Netzwerk in die Wirtschaft und das Agribusiness noch weiter ausbauen, interessante Gesprächspartner kennenlernen und unsere Vision weitererzählen. Kürzlich haben wir die ersten, ganz konkreten Anfragen an das f3-Netzwerk zurückgespielt. Und plötzlich kommen Landwirte mit Gründern in Kontakt! Last but not least, sind wir natürlich immer auf der Suche nach Start-ups, die wir noch nicht kennen. Die Gewinner des Food- und Agrar-Startup-Awards können sich auf eine ausführliche Reportage und einen Besuch von uns freuen.

Ihr erlebt ständig Menschen, deren Köpfe voller Ideen für die Zukunft stecken und die mit Leidenschaft für ihre Ziele kämpfen. Welche Erfolgsgeschichte hat euch bisher am meisten beeindruckt?

Puh, das ist eine schwierige Frage. Wir kommen mit so vielen verschiedenen Menschen in Berührung, die alle eine Idee gegen irgendwelche äußeren Widerstände verteidigen. Gerade die landwirtschaftlichen Start-ups, die tatsächlich von Junglandwirten oder weichenden Erben erdacht wurden, beeindrucken uns. Wir wissen ja, wie dicht die Landwirte im Tagesgeschäft sind. Und wie eng gestrickt das System und wie stark die Abhängigkeiten geworden sind. Wenn dann ein Gründer es schafft, seinen Betrieb anzuschauen, Nischen erkennt und mutig seinen Weg geht, dann ziehen wir unseren Hut.

Du sagst, ihr seid selbst noch sowas wie ein Startup, wie waren bei euch die Anfänge und wie sehen die nächsten Schritte aus?

Ja, genau. So fühlt sich das wirklich an. f3 ist aus einer Start-up Serie entstanden, die seit Ende 2016 im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben lief. Uns ist ziemlich schnell klar geworden, wie viele Potentiale in der Szene schlummern. Wir haben uns dann entschieden, aus Verlagssicht neue Wege zu gehen: So ist f3 ein Digitalmagazin geworden, aus dem lediglich die Highlights als Printheft gedruckt werden.

Der nächste Schritt ist, dass wir unser Netzwerk ernsthaft vorantreiben: Auf digitalem Wege sondieren wir weiterhin Netzwerkanfragen und versuchen, passende Kontakte zu vermitteln. Aber auch auf persönlichem Wege sollen sich unsere Mitglieder, die f3-Start-ups und wenn möglich auch Landwirte, Händler und Investoren kennenlernen. Denn eine Idee lässt sich meist nur mit starken Partnern verwirklichen. Dafür veranstalten wir Ende September das erste f3-Scheunengespräch.

Vervollständige doch bitte folgenden Satz: Die innovate! ist / bedeutet für mich…

… eine Chance, neue „Macher“ und kreative Köpfe aus der Agrar- und Digitalbranche kennenzulernen, die gemeinsam mit f3 weiter über den Tellerrand schauen möchten.

 

Eva Piepenbrock

Eva Piepenbrock

Die f3-Redakteure sind alle selbst „Kinder vom Hof“. Eva Piepenbrock stammt von einem Sauenbetrieb aus Nordrhein-Westfalen. Nach dem Studium der Germanistik, Anglistik und der Kommunikationswissenschaften arbeitete sie fünf Jahre als Werbetexterin in Hamburg und Münster. Danach heuerte sie beim Landwirtschaftsverlag an und kombiniert heute die Kreativität der früheren Tätigkeit mit der Begeisterung für die grüne Gründerszene.

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