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Abo-Commerce, das nicht so heißt

Autorin: Julia K. Eismann

„Schon seit über 35 Jahren im Abo-Commerce“ wäre der richtige Einstieg für diesen Artikel. Bereits so lange betreiben die Gemüsegärtner aus Kalkriese Abo-Commerce, es nannte nur niemand so.

„Mit viel Herzblut und wenig Erfahrung begann es, dass Bio-Gemüse und Obst angebaut und neben den Wochenmärkten auch in Kisten in die Privathaushalte geliefert wurde“, erzählt René Belker von den Gemüsegärtnern aus Kalkriese die Geschichte des Unternehmens. Er hat zusammen mit Udo Engelke die Geschäftsführung der Gemüsegärtner übernommen und führt uns durch den Betrieb. Und berichtet dabei, wie im Laufe der Jahre mit wachsendem Erfolg auch Innovationen entstanden sind.

Heute umfasst das Liefergebiet einen Radius von 70km um Kalkriese, diverse Wochenmärkte, kleine Supermärkte in Dörfern und vieles mehr. Auch in Firmen sind die grünen Kisten gern gesehene Gäste in Teeküchen und Besprechungsräumen.

Entsprechend sind auch die Prozesse sowie die Ausstattung der Räume gewachsen. An vier Packplätzen werden die grünen Kisten zusammengestellt, natürlich digital gesteuert. Frische Früchte und Gemüse, aber eben auch alles, was das Herz des Bio-Konsumenten begehrt, stehen bereit. Wie in einem voll ausgestatteten Bio-Supermarkt, nur dass es eben keinen Endkundenkontakt gibt, sondern die Lieferungen alle fertig zusammengestellt an die Kunden geliefert werden. Effizient und nachhaltig ist auch das: Der durchschnittliche Weg pro Kunde, den die Gemüsegärtner zurücklegen, ist 900m weit. Da lohnt sich für keinen Kunden, selbst loszufahren.

Auch die Produkte in den Kisten haben kurze Wege aus der Nachbarschaft bis zum Packband. „Manche Waren bekommen wir mehrmals täglich frisch geliefert. Die Bauern, die für uns Gemüse und Obst anpflanzen, sind in direkter Nachbarschaft“ berichtet Belker, während ein Traktor einen Anhänger mit einigen Kürbissen herbeizieht. Man kann die Gewächshäuser von Gurken und Tomaten auf dem benachbarten Feld sehen, wenn man hinter dem Gebäude auf die Wiese tritt.

In der Nische stark sein und bleiben, das ist es, was Belker anstrebt. „Lebensmittel-Lieferdienste aus dem Netz schrecken uns nicht. Die Verbundenheit in der Region und die Frische der Produkte wird so leicht niemand nachahmen können“, ist er überzeugt und liefert einige Beispiele dafür, wie er sich mit Kollegen vernetzt hat, um gemeinsam effizient und kundenorientiert zu agieren.

Es gäbe noch einige Aspekte mehr, die die Gemüsegärtner so herausragend machen: Trendthemen wie Food, Nachhaltigkeit, Regionalität, Individualität und Persönlichkeit statt anonymem Massenmarkt finden sich alle in der Kalkrieser Biokiste wieder. Und bleiben dennoch große Worte hinter der Bodenhaftung, mit der hier die frischen Produkte wertgeschätzt und verarbeitet werden.

Diese Emotionalität, die Liebe zum Produkt und der Wunsch, den Kunden gute Sachen zu liefern, ist es, was seit Jahren an der Biokiste der Gemüsegärtner überzeugt. Und wir nehmen sie nach dem Gespräch ein Stück weit mit nach Hause: Die Kinder haben eine Kartoffel ausgegraben und dürfen sie mitnehmen. Zuhause wird sie geschält, gekocht und dann zum Mittagessen verzehrt. Ohne Beilagen, aber mit Ketchup. Und wie köstlich sie war, bedarf wohl kaum einer weiteren Erwähnung…

Hier findet ihr den Flyer zum Hoffest